Zwischen Erwerbstätigkeit und Pflege: „Wenn Angehörige schwer erkranken“

5. Netzwerktreffen „Vereinbarkeit von Pflege und Arbeit im Münsterland“ stellt Neuauflage des betrieblichen Pflegekoffers vor

Ein Schlaganfall, eine Krebs- oder Demenzerkrankung: Wenn ein Elternteil, ein naher Verwandter oder der Partner zum Pflegefall wird, kommen auf berufstätige Angehörige große Belastungen und Herausforderungen zu. Eine davon ist die Frage, wie sich Beruf und Pflege vereinbaren lassen. Was das für den (Arbeits-)Alltag bedeutet und was Unternehmen tun können. Mit diesen und weiteren Fragen, die unter dem Begriff „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ gebündelt werden, hat sich das 5. Netzwerktreffen „Vereinbarkeit von Pflege und Arbeit im Münsterland“ auseinander setzt. Über 50 Unternehmen und Personalverantwortliche aus dem Münsterland waren dazu zur Jentschura International GmbH nach Münster gekommen. Das Netzwerk „Vereinbarkeit von Beruf und Pflege im Münsterland“ ist initiiert von den Wirtschaftsförderungsgesellschaften der Kreise Coesfeld, Borken, Steinfurt und Warendorf. Einmal im Jahr laden sie münsterlandweit Unternehmen zu einem Austausch ein.

Dass das Thema Pflege am Arbeitsplatz meist noch ein Tabuthema ist, davon ist Johannes Technau, Geschäftsführer vom Netzwerk Gesundheitswirtschaft Münsterland e.V., überzeugt. „Es geht darum, die Hemmschwelle zu überwinden. Am besten ist es, wenn dieser Schritt vom Unternehmen ausgeht." Diesen wichtigen Schritt ist Technau mit der Kooperation am betrieblichen Pflegekoffer gegangen. „Wir haben uns bewusst dazu entschlossen, den neuen Pflegekoffer auch für Unternehmen in Münster anzubieten, um das Thema Pflege und Beruf transparenter zu machen. Denn nur so kann die Vereinbarkeit von Beruf, Pflege und Familie verbessert werden. Besonders mit der Neuauflage des Pflegekoffers sieht Tacke Klaus zudem einen weiteren Vorteil.

„Besonders in Zeiten des Fachkräftemangels kann kein Unternehmen auf qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verzichten. Mit dem Pflegekoffer haben wir Möglichkeiten geschaffen, die die Vereinbarkeit von Beruf, Pflege und Familie verbessern und Unternehmern und ihren Angestellten nachhaltige Lösungen anbieten.“ Denn wenn Unternehmen ihre Mitarbeiter bei der Stange halten wollen, sei ihre Unterstützung wichtig, weiß Angele Daalmann, Personalleitern der Christophorus-Kliniken GmbH in Coesfeld. Für sie war die Teilnahme am Netzwerktreffen daher sehr wichtig. „Jede Pflegesituation ist anders, deshalb werden individuelle Lösungen gebraucht“, so Daalmann. „Der Erfahrungsaustausch und die Diskussionen haben mir gezeigt, dass die Herausforderungen bei vielen Unternehmen gleich sind, wir jedoch von den Lösungsansätzen untereinander profitieren können. Unterstützung für Unternehmen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege bietet der Betriebliche Pflegekoffer (www.betrieblicher-pflegekoffer.de) oder abhängig von der Betriebsgröße ein betrieblicher oder überbetrieblicher Pflegelotse.

Nähere Informationen: Veronika Droste, droste@wfg-borken.de, Tel. 02561/97999-52

Die Vertreter des Netzwerks „Vereinbarkeit von Beruf und Pflege im Münsterland“ (v.l.): Christian Rapien (Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt mbH), Bettina Dittmar (Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Kreis Warendorf mbH), Dr. Kirsten Tacke Klaus (Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld GmbH), Johannes Technau (Geschäftsführer Netzwerk Gesundheitswirtschaft Münsterland e.V.), Ute Jentschura (Jentschura International GmbH) und Veronika Droste (Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken mbH), Foto: Anna Eckart (wfc).

Copyright 2013 - WFG für den Kreis Borken mbH