Große Resonanz für ARC-Workshop - "Chancen und Potenziale nutzen – Robotertechnik für KMU"

Mit 85 Personen war die Veranstaltung auf dem Gelände der Fa. CLK ausgebucht.

Mit dem Workshoptitel sprach das ARC gezielt Unternehmen an, die erkannt haben, dass sich die Wirtschaft in einem Wandel befindet und im Zuge der wachsenden Digitalisierung auch an einem vermehrten Einsatz von Robotern nachgedacht werden muss. Zu der Veranstaltung eingeladen hatte die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken mbH (WFG) gemeinsam mit der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft des Kreises Steinfurt (WESt). Zunächst stellte die Projektleiterin des Netzwerkes „Robotik für KMU“, Evelyn Decker, das Netzwerk und seine Arbeit in den vergangenen zweieinhalb Jahren vor. Die ZIM-Förderung des Netzwerkes durch das Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) wird Ende dieses Jahres auslaufen. Einige Partner haben sich bereits Gedanken über eine mögliche Fortführung gemacht. Ein Idee ist im Haus CLK verankert: ein „Anwendungszentrum für intelligente Robotik“ (AiR). Die Fa. Severt aus Vreden plant ebenfalls ein Anwendungszentrum, das sich insbesondere an Metall- und Kunststoffverarbeitende Betriebe wenden soll. Die Runde der Fachvorträge wurde durch Prof. Dr. Antonio Nisch von der Westfälischen Hochschule eingeleitet. Er zeigte die Entwicklungen der Industrieroboter der letzten Jahrzehnte auf sowie die Tendenzen der kommenden zwei bis drei Jahre. Dabei wurde deutlich, dass die Entwicklung der Roboter einher geht mit der Digitalisierung. Gerade kollaborierende Roboter ermöglichen eine Verbesserung von Arbeitsbedingungen bzw. eine intelligente Arbeitsteilung von Prozessen. Auch die Westfälische Hochschule beschäftigt sich mit der Vereinfachung von Roboterprogrammierungen, was insbesondere mit Kamerasystemen möglich ist. Dr. Carsten Cruse, Geschäftsführer der CLK GmbH, stellte dar, wie ein intelligentes Kamerasystem quasi aus einem „blinden Roboter“ einen „sehenden Mitarbeiter“ macht. Die Scannersysteme haben in den letzten Jahren einen enormen technischen Fortschritt gemacht und die Roboter sind günstiger geworden. Beides zusammen hat sich die Firma CLK in Altenberge zu Nutze gemacht und bereits sehr vielfältige Anwendungen zur Marktreife gebracht. So können braune Blätter aus einem Haufen Spinat oder schlechte Eier aussortiert werden. CLK hat bereits für viele Projekte Auszeichnungen erhalten, die jüngste für das gezielte Ausdünnen von Blüten an Apfelbäumen. Ein besonders gelungenes Projekt aus dem Metallbereich, das bei der Fa. GEA TDS umgesetzt wurde, stellte Matthias Terlinde anschaulich vor. Bei GEA TDS werden über 200 Varianten an Röhrenwärmetauscher in den verschiedensten Größen und Rohrbildern geschweißt. Mit einem intelligent programmierten Kamerasystem, das noch dazu die Steuerung für den Schweißroboter übernimmt, kann der Aufwand bei der Erstinbetriebnahme auf wenige Stunden reduziert werden. Die Röhrenwärmetauscher werden dabei auf einem Gestell vor den Roboter gepackt und dieser gestartet. Der Scanner nimmt die Position aller Rohrbilder auf und kontrolliert gleichzeitig, ob sich die Rohrüberstände alle innerhalb der vorgegebenen Toleranz befinden. Der Roboter schweißt nur die passenden Rohre und zwar in einer immer gleichbleibenden sehr guten Qualität. Im Hause GEA TDS gibt es bereits Überlegungen für weitere Einsätze von Robotern. In der Pause nutzten die Workshopteilnehmer die Gelegenheit Roboterexponate von CLK in Aktion zu besichtigen und sich auszutauschen. Nach der Pause ging es mit einem spannenden Vortrag der Fa. ABB Automation, Abteilung Robotics durch Ralf Naßmacher aus Velen weiter. Er zeigte auf, wo Roboter von heute überall eingesetzt werden, insbesondere in Bezug auf Kleinserienfertigung bzw. Einzelplatzautomation. Ein Highlight war die filmische Darstellung des zweiarmigen Yumi beim Falten von Papierfliegern. Die Zuhörer waren aber auch begeistert, selbst Papierflieger basteln zu dürfen. Birgit Neyer, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung des Kreises Steinfurt betonte in ihren abschließenden Worten, dass die WESt den Aufbau eines Anwendungszentrums für intelligente Robotik (AiR) unterstützen wird.

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